NACHRICHTEN
Editorial
Verehrte, liebe Leserinnen und Leser,
in diesen Tagen und Wochen gibt es eine Fülle von Neujahrsempfängen, und das ist auch gut so. Nicht zuletzt, weil sie Gemeinschaft fördern. Gepägt von guten Wünschen und gutem Willen stärken sie das Gefühl, in einem Boot zu sitzen, und machen Mut, anstehende Herausforderungen gemeinsam anzupacken jeder nach seinen Möglichkeiten. Nun möchte ich aus einer Mücke keinen Elefanten machen und Ereignisse nicht unnötig hochschaukeln. Aber als ich jetzt einen Bericht über den Neujahrsempfang der Stadt Würzburg zu lesen bekam, wurde mir schon ein bisschen anders. Ganz nach dem Motto: Wo sind wir in unserer Gesellschaft eigentlich schon angekommen…?
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DAS THEMA
St. Peter, Marxloh. Im multikulturellen und von Spannungen geprägten Stadtteil bleibt Kirche präsent. Foto: pm
„Hartes Handeln“ oder „guter Kompromiss“?
In Hamborn schließt das Bistum vorerst nur zwei von zunächst vier vorgesehen Kirchen
Von Ulrich Wilmes
„„Bistum schließt zwei statt vier Kirchen“ „Diözese gibt sich sanft und handelt hart“ „Ein guter Kompromiss“. Gegensätzliche Presseschlagzeilen das war das Echo auf den Bischofsentscheid in Hamborn. So unterschiedlich die Reaktionen sind, so grundsätzlich ist das, was letzlich in Hamborn diskutiert wurde und worum es auch anderswo zukünftig gehen wird: um kirchliche Zukunft. Dazu trägt Pastoral bei eine mit weniger Finanz- und Personalresourcen und eine menschennahe kirchliche Botschaft. Darum haben Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck und die Hamborner Katholiken monatelang gerungen. Gemeinsam haben sie spätestens seit dem Bischofsbesuch vor Ort mit ehrlichen und wichtig kontroversen Positionen den Blick aufs Ganze gerichtet...
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MEDIEN
Lesen das größte Abenteuer
In ihren Werken lebt sie weiter: Heute vor zehn Jahren starb Astrid Lindgren
Es gibt Kinderbücher, die über die Kindheit hinaus wirken, die ihre jungen Leser prägen und sie auch im Erwachsenenalter begleiten. Es gibt Kinderbücher, deren Helden bewundern und beneiden die kleinen Leseratten. Und es gibt Kinderbücher, auf die all das zutrifft, aber eben noch stärker, noch besonderer als bei allen anderen: Da träumen die Kinder plötzlich nicht mehr davon, in die Fantasiewelt des Buches zu entschwinden sie sind ihre Lieblingsfigur, sprechen wie sie, halten die Eltern in ständiger Sorge, auch sie könnten sich eine Suppenschüssel auf den Kopf setzen oder sich eine Erbse in die Nase stecken.Welche Bücher verzaubern kleine und große Leser mehr als die von Astrid Lindgren?
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MOSAIK
Amen 2.0
Evangelische Gemeinde in München-Pasing feiert „Facebook-Gottesdienst“
Zwischen Liedern und Gebeten tippen Jugendliche auf ihren Handys. Mitten in der Kirche steht ein Beamer, direkt hinter dem Altar eine große Leinwand und darauf flimmert eine Seite des sozialen Netzwerks Facebook. „blog-godi“ nennt der evangelische Pfarrer Hans-Martin Köbler das Experiment. Für die Jugendlichen, die an diesem Sonntag in der Himmelfahrtskirche in München-Pasing sitzen, ist es schlichtweg der „Facebook-Gottesdienst“. Das Besondere: Sie können die gesamte Veranstaltung im Internet kommentieren.
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RW-SPEZIAL
Aufbruch 1962 – 2012: 50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil
Vor 50 Jahren, genau am 25. Dezember 1961, berief Papst Johannes XXIII. das Zweite Vatikanische Konzil ein (siehe dazu: RW 50, 2011, Seite 9: Post vom Papst, und RW 1, 2012, Seite 7: Selbstbespiegelung ist vom allerhöchsten Desinteresse). Auf Grund vieler Neubestimmungen ist dieses Konzil bis heute der Anbruch einer neuen Ära in der Kirche für sie selbst, aber auch im Verhältnis zur modernen Welt. Ein Schlüsselbegriff dafür stammt aus der Antrittsenzyklika von Papst Paul VI. (Ecclesia Suam, 1963) und lautet „Dialog“.
Was er bedeutet und wie er geführt wird und werden sollte, darum ging es jetzt bei einer zweitägigen Tagung der Katholischen Fakultät an der Ruhr-Uni Bochum (siehe die Artikel auf dieser Seite). Eine Tagung, die auch ein Beitrag zur Dialoginitiative des Bistums Essen war...
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GLAUBE UND LEBEN
REPORTAGE
Vom Vater bespitzelt „Ich wünschte, ihr wäret ohne Sorgen“ (1 Kor 7,32):
Von Ungarn nach Bonn. Was der Kirchenhistoriker Gabriel Adrianyi jetzt erstmals preisgab
Die kommunistischen Überwachungssysteme jenseits des Eisernen Vorhangs wurden mit unermesslichem Aufwand betrieben und haben bei den Bespitzelten unsägliches Leid verursacht. Der oscargekrönte Film „Das Leben der Anderen“ über den Sinneswandel eines Stasi-Spitzels hat das Thema im Jahr 2006 einem Millionenpublikum nahegebracht. Viele erfuhren erst lange nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, wer für die Inhalte ihrer Stasi-Akte verantwortlich war. In diesen Tagen sprach bei der Überreichung seiner Festschrift im Kölner Maternushaus der emeritierte Bonner Kirchenhistoriker Gabriel Adrianyi (Bild) zum ersten Mal das aus, was er wohl selbst lieber niemals erfahren hätte…
Mehr lesen Sie im aktuellen RuhrWort auf den Seiten 8 und 9.
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Aus dem Bistum
Jedes Jahr ist ein Familienjahr
Schwelm: Die Vogelhochzeit auf der Bühne
Sonntagnachmittag in Schwelm. Der Wind peitscht den Regen vor sich her durch die menschenleeren Straßen. Wer kann, bleibt bei dem „Sauwetter“ lieber zu Hause oder lässt sich Kaffee und Kuchen im warmen Pfarrsaal, genauer gesagt im Jugendheim der Propsteigemeinde St. Marien schmecken. Dort herrscht ein reges Treiben wie in einem Ameisenhaufen. Überall, wohin man blickt, nur gut gelaunte Gesichter beim vierten Familiensonntag der Schwelmer Gemeinde.
„Wir hatten 110 Voranmeldungen für diesen Tag“, sagt Elisabeth Thier. Sie ist zufrieden. Gemeinsam mit ihrem Organisationsteam hat sie den Tag vorbereitet. Nach „Zirkus“, „Karneval“ und „Dschungelbuch“ gilt nun als Thema des Tages die „Vogelhochzeit“ von Rolf Zuckowski. Der Ausschuss für Familie und Soziales des Pfarrgemeinderats hat wieder ganze Arbeit geleistet. „Es gibt immer ganz viele fleißige Hände, die mitmachen“, weiß Elisabeth Thier von einer lebendigen Gemeindearbeit zu berichten. Mit dem Familientag setzt die Gemeinde zudem Akzente im Familien-Jahr des Bistums Essen...
Mehr lesen Sie im aktuellen RuhrWort auf Seite 11.
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Aus dem Bistum
Vom Kohlkopf bis zum Krautsalat. Betriebsseelsorger Berthold Rose (v. l.), Pfarrer Martin Cudak und der Weihbischof beobachten – bekleidet mit Hygieneanzügen – die Produktion. Foto: uw
Wo Hygiene (über-)lebensnotwendig ist
Weihbischof Vorrath besuchte Nadler, Feinkost, in Bottrop/250 Menschen und 120 Salatrezepte
„Nach 35 Jahren Betriebszugehörigkeit war für viele die Nadler-Übernahme durch Homann hier in Bottrop ein harter Schnitt.“ Über Menschen, ihre Identifikation mit dem „Job“, den immer neu zu bestehenden Kampf eines großen Mittelständlers um das eigene Bestehen, erfuhr Weihbischof Franz Vorrath vier beim Betriebsbesuch in der Feinkost-Fabrik der bergbaistadt. 250 aktive Mitarbeiter machen hier 170 verschiedene Fleisch- oder Kartoffelsalate nach mehr als 120 Rezepturen. Betriebsbesuche, erklärte Vorrath Produktionsleiter Stephan Wycisk und Firmenchef Volker Kraftzik, unternähmen die Essener Bischöfe seit Jahrzehnten. „Alles begann, weil sie nicht nur Menschen im Sonntagszwirn, sondern auch die an der Werkbank und in der Produktion sehen wollten.“
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Foto Zollverein: Thomas Willemsen/Bilddatenbank Zollverein,
Foto Goldene Madonna:, ebFoto Dom: eb















